Im letzten Frühjahr und Sommer waren wir am frühen Morgen fast täglich in den Schwingewiesen in Stade auf einem Spaziergang unterwegs. Das Schöne an dieser Zeit des Tages ist nicht nur die morgendliche Ruhe, sondern auch die spezielle Atmosphäre in den Wiesen, wenn die Nebelschleier des Morgens noch schlaftrunken über der Landschaft hängen. Neben den wenigen anderen Spaziergängern und dem einen oder anderen Jogger, der voller Energie sein Laufpensum absolviert, trifft man auf grasende Rehe, lauernde Reiher und munter singende und nimmermüde scheinende Vögel. Der Duft nach nebelfeuchter, frischer, morgendlicher Wildwiese verbunden mit dem besonders zauberhaften morgendlichen Licht ist ein wahres Wunderland für jeden Naturliebhaber und ein Quell der Ruhe für die Seele.

Im Laufe des Jahres verändert sich die duftende, wilde Wiese genauso, wie die Töne in der Natur und die Färbung des Lichtes. Je weiter das Jahr voranschreitet, die Blumen verblühen, die Vögel verstummen und auch die schwüle Hitze des Hochsommers abklingt, je eher können wir erahnen, dass auf den Sommer der Herbst folgt und auf diesen der lange Winter. Doch auch wenn der Winter ewig scheint, sein Griff hart und kalt wirkt, so kann man sicher sein, dass ein neuer Frühling kommt und somit der Zauber der wilden Wiese wieder von neuem auflebt.

Unter dem Eindruck dieses natürlichen Kreislaufes und in Leidenschaft für die Natur entstand dieses kleine Gedicht.

Oh wie erhebend ist‘s zu schreiten, durch Wiesen und des Waldes Flur, 
Wenn Sonnenstrahlen sich verbreiten, im ersten Licht in der Natur. 

Wenn Wellen aus grünen Gräsern wogen, und Blümlein stehn am Wegesrand, 
Schon seh ich der warmen Sonne Bogen, wie über Felder er sich spannt. 

Ein Reh sich ganz behutsam schreitend, ganz langsam aus der Deckung wagt, 
und auch ein Reiher Flügel breitet, weil Frosch und Maus er nun schon jagt. 

Die Vögelein hoch in Baumeswipfeln, sie stimmen ein mit Frohgesang, 
Ihr Tirilieren wird bald Gipfeln, im Ohr als holder Frühlingsklang. 

Und voller Freude möchte ich rufen „Oh holder Frühling bist Du schön!“, 
auch in des Sommers ersten Stufen, kann ich mich kaum dran sattesehn. 

Wie lange war die Zeit des Wartens, wie kalt und hart des Winters Griff, 
Doch im Gefilde meines Gartens, im Frühling hör ich Vogelpfiff. 

Auch wenn Du jetzt noch am verzagen, und wird Dir gar das Herz ganz schwer, 
so denke dran und lass das Klagen, der Frühling komm - lang ist’s nicht mehr. 

Von weit her scheint des Frühlings Band, wie ausgemalt von Zauberhand, 
Schon hörst der Vögelein Gesang, siehst gelbe Farbe in den Blumen. 

Und nimmst Du wahr des Tages Licht, siehst leicht ein frühlingshaft Gesicht, 
So tut das Deiner Seele gut, so fasst Du wieder neuen Mut. 

Und bald schon wirst Du wieder schreiten, durch Wiesen und des Waldes Flur, 
Wenn Sonnenstrahlen sich verbreiten, in der duftenden Natur. 

Christoph Kopowski, 2021

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